Que Du Luu: Im Jahr des Affen

dsc00895Ein Buch, dass von einer Familie aus Vietnam berichtet – von einer Familie, die nach Deutschland gekommen ist, um ihr Glück zu suchen. Einfacher hätte das Buch nicht geschrieben sein können – aber auch nicht realistischer.

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Wichtige Info’s:

Preis: 16,99€

Verlag: Koenigskinder

ISBN: 978-3-551-56019-3

Erschienen als: Hardcover

Seitenanzahl: 286

Einstieg in die Geschichte:

Ich bog in den kleinen Weg ein, spazierte am Wall entlang und kurz darauf sah ich schon die Tische auf der schmalen Terasse. Es waren schöne Plätze direkt über der Aa (als langes „Ah!“ gesprochen), dem kleinen Fluss, der durch Herford floss.

Inhalt:

Mini lebt mit ihrem Vater in Herford, in einem großen, hässlichen Hochhaus, in einer kleinen, heruntergekommenen Wohnung.

Eines Tages kommt Onkel Wu zu ihnen, um sie zu besuchen. Und er beginnt, von früher zu erzählen, von der Flucht aus Vietnam, und von der Hoffnung auf ein neues Zuhause. Mini hört ihm zu – und beginnt, die Dinge zu hinterfragen. Und schnell hat sie sich in den Kopf gesetzt, dass sich etwas ändern muss – und so kämpft sie für ein besseres Leben.

Meine Meinung:

„Im Jahr des Affen“ hat mich am Anfang nicht überzeugt. Bis ungefähr Seite 65 war das Buch eher etwas langweilig. Ich glaube, das lag daran, dass ich die Charaktere noch nicht richtig kennengelernt hatte, und es mir so eher egal war, was mit ihnen geschieht. So im Laufe des Buches wurde die Geschichte nicht unbedingt spannender, nur irgendwann waren mir die Personen nicht mehr egal.

Die Charaktere sind grundsätzlich erst einmal sehr gut gelungen, wenn es auch einige eher unsympatische darunter gibt. Und jeder tut im Laufe des Buches mal etwas „doofes“, die Schriftstellerin schildert also meiner Meinung nach sehr echt, wie es auch im wahren Leben ist: Keiner ist grundsätzlich gut oder grundsätzlich böse. Das hat mir gut gefallen und die Geschichte deutlich lebendiger erscheinen lassen.

Mini selber ist am Anfang eher etwas zickiger und „undankbarer“ ihrem Vater gegenüber, der den ganzen Tag lang für sie schufftet. Der Lauf der Dinge öffnet ihr aber die Augen, und bald käpft sie mindestens genauso sehr für ihren Vater wie er für sie. Und auch wenn Mini ihren eigenwilligen Charakter bis zum Ende nicht ganz ablegt, wurde er mir mit der Zeit duchaus sympathisch.

Mini lebt in einem kaputten Haus, sie trägt die alten Klamotten ihres Vaters und muss in den Ferien den ganzen Tag in seinem Chinarestaurant aushelfen. Und dann kommt Onkel Wu, der es nach der Flucht in Australien zu viel mehr gebracht hat als Mini und ihr Vater in Deutschland, und er macht ihnen klar, dass sich etwas ändern muss. Dieser Vorgang wurde gut beschrieben und hat mich richtig mitgerissen. Wärend ich am Anfang noch dieses Gefühl der eintönigen, unverändert schweren Situation der Familie gespürt habe, hat Onkel Wus Anwesenheit auch mir das Gefühl gegeben, dass sich etwas ändern muss.

Das Besodere an diesem  Buch ist auch, würde ich sagen, dass es kaum Charaktere darin gibt. Insgesamt kommen wirklich nur acht Personen zur Sprache, die die ganze Handlung tragen.

Das Buch ist weder gruselig, noch spannend oder sonst irgendetwas, dennoch gefällt es mir gut, insbesondere, weil ich mir jetzt besser denn je vorstellen kann, wie sich so eine schwere Lebenssituation anfühlt. Vorallem was Minis Umgang mit anderen Personen betrifft, wurde ich sehr überzeugt. Sie schämt sich für ihre Familie und dessen Rituale, sie schämt sich dafür, dass sie keine richtigen Klamotten hat. Und dennoch versucht sie, an dem normalen Leben ihrer Freunde eteilzunehmen, geht auf Partys, und versteckt, was sie wirklich beschäftigt.

Wie auch im echten Leben gibt es in diesem Buch zwar ein „Happy End“, aber es löst nicht wirklich alle Probleme oder holt Mini aus dieser Situation heraus. Trotzdem gibt das Ende Mini Hoffnung auf ein besseres Leben – und das gefällt mir. Realistischer und schöner hätte es nicht sein können.

Fazit:

Mir hat dieses Buch grundsätzlich gefallen – auch, wenn es mich nicht immer in Atem gehalten hat, und manche Stellen sich ein wenig wiederholt haben.

Trotzdem finde ich, dass das Buch lesenswert ist, da man einen Einblick in eine Welt erhält, die man sonst nicht kennengelernt hätte.

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Veröffentlicht von

Bücherwürmchen

You can't buy happiness, but you can buy books and that's kind of the same thing!

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