Was meine Mutter in meinem Alter gelesen hat: Jugendbücher Früher vs. Heute

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Vor einigen Tagen hatte mein Vater mir nach der Schule mal ein Buch rausgelegt, das er irgendwie in seinem Antiquariat gefunden hat: „Mit 15 wachsen einem Flügel“ von Tina Caspari, erschienen 1977. Weil ich ja fünfzehn bin, hat das wohl irgendwie gepasst. Und so habe ich einmal einmal in meinem Leben das gelesen, was meine Mutter eventuell auch mal gelesen hat, als sie so alt war wie ich. Es ist wirklich erstaunlich.

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Wie man schon direkt auf dem Buchrücken des Schneiderbuches erkennen kann, ist das Buch für Mädchen von zwölf bis 15 Jahren gedacht. Also eigentlich noch so gerade für mein Alter. Wenn man dann bedenkt, was Jugendliche heute so lesen, dann ist das schon ein extremer Unterschied.

Das Cover ist schlichter. Dabei wirkt es weder mysteriös, noch romantisch, noch spannend. Meine Meinung. Einfach bloß eine Tänzerin.

DSC01147Als nächstes fällt auf, dass vorne im Buch alle Figuren vorgestellt werden. Wie gut, dass ich das nur kurz durchgelesen habe, es wäre sonst ein wirklich extremer Spoiler gewesen, wie ich im Nachhinein festgestellt habe. Dabei sind alle Charaktere grafisch dargestellt. Eigentlich sehr interessant, auch, wenn es nicht sehr viele Freiheiten lässt, was die Fantasie des Lesers anbelangt.

Die Geschichte könnte genau so im Alltag eines jeden Teenagers passieren. Sie ist überhaupt nichts besonderes. Rein gar nichts. Trotzdem waren diese 90 Seiten alles andere als langweilig. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass man aus solchen Büchern auch die ein oder andere „Lebensweisheit“ mitnehmen kann.

Katja ist 15 (sie ist genauso alt wie die Zielgruppe, auch das ist ungewöhnlich), und sie liebt das Tanzen. Plötzlich passieren in ihrem Leben zwei Dinge auf einmal: Zuerst zieht ihr ehemaliger Schulfreund Klaus nebenan bei ihnen ein, die beiden verstehen sich gut. Und dann wird ihre Tanzlehrerin krank, und der großartige Janos Thöldy springt für sie ein. Und da verliebt sich Katja Hals über Koft in ihn, und beginnt, ihr ganzes Leben für den Tanz aufzugeben. Aber wird sie auch Klaus vergessen?

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Auch der Umgang der Figuren untereinander ist komplett anders. Alle sind immer äußerst nett und förmlich zueinander. Und wenn sich mal einer daneben benimmt, dann extrem offensichtlich. Es gibt keine Situationen, in denen man als Leser gespaltener Meinung sein könnte.

Immer wieder ist die Geschichte illustriert. Dann gibt es unter jedem Bild eine kurze „Beschreibung“, die einen Teil des Textes nocheinmal wieder gibt.

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Trotzdem hätte ich die Geschichte eher gemocht, wenn ich noch zehn oder elf Jahre alt gewesen wäre. Das wundert mich natürlich, wieso ist das Buch dann für mein Alter empfohlen? Und hätte ich es gemocht, wenn ich in den 70er Jahren Teenager gewesen wäre?

In jedem Fall muss ich sagen, dass es sehr interessant war, einmal so ein Buch zu lesen. Der Lesegeschmack von Teenagern hat sich wirklich sehr verändert.

Ich hoffe, ihr konntet auch etwas damit anfangen (:

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Veröffentlicht von

Bücherwürmchen

You can't buy happiness, but you can buy books and that's kind of the same thing!

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