[Rezension] Alina Bronsky: Und du kommst auch drin vor

DSC01278„Und du kommst auch drin vor“ hat mich zwar zum Nachdenken gebracht, aber durch eine stark unrealistische Sprache dennoch nicht überzeugen können.

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Die liebe Jennifer hat das Buch ziemlich zeitgleich auch gelesen und nun eine Rezension dazu verfasst. Sie beleuchtet dabei etwas andere Aspekte, da sie von der selben Autorin auch schon „Bada Dunjas letzte Liebe“ gelesen hat, und nun vergleichen kann. Ihre Rezension findet ihr hier, wenn sie erschienen ist.

Und los geht’s 🙂

 

DSC01279Wichtige Info’s:

Preis: 16,95€

Verlag: dtv

Seitenanzahl: 190

ISBN: 978-3-423-76181-9

Erhältlich als: Hardcover

 

Lesegrund:

Dieses Buch durfte ich für den dtv testlesen, und nun, etwas vor dem Erscheinungstermin, kommt dann auch meine Rezi!

 

Einstiegsbild
Einstieg in die Geschichte

Als Frau Meier sagte, dass wir heute zur Lesung gehen, haben alle gestöhnt. Ich habe große und kleine Ts in mein Hausaufgabenheft gemalt. Ob Lesung oder nicht, das war mir schnuppe. Für Donnerstag stand da in der Tat reingekritzelt – LÄSUNG. Franz hat den Kopf auf den Tisch gelegt und geschnarcht. Nur Petrowna hat ihre Stimme erhoben.

 

Inhalt:

Kim kann es kaum fassen, als die Autorin auf der Schullesung ausgerechnet aus Kims Leben erzählt. Und zwar haar genau. Und sie weiß dabei Dinge, die eigentlich keiner wissen kann, außer Kim selbst. Und so kauft sie sich kurzerhand das Buch und liest es – bis zum Ende. Und merkt dabei: Manchmal will man eigentlich gar nicht wissen, was in der Zukunft geschieht, und was passiert, wenn man die Fäden des Schicksals selber in die Hand nimmt, um das Blatt in letzter Sekunde doch noch zu wenden…

 

DSC01280Meine Meinung:

Das Thema allgemein finde ich sehr interessant: Die Frage, welcher Teil unseres Lebens schon vorbestimmt ist, was wir noch ändern können, und – wenn unser Leben ein Buch wäre und wir es kennen würden, könnten wir dann noch vom dem vorbestimmten Weg abweichen?

Was mir nicht so gut gefallen hat, das war die Sprache. Alina Bronsky hat immer wieder versucht, Jugendsprache zu verwenden und „cool“ zu wirken, so erschien es mir. Als habe sie sich vorher über uns Jugendliche informiert und dann versucht, so zu schreiben. So kommen in der Alltagssprache der Charaktere Begriffe wie „By the way“ vor, oder es wird über den „Klassenchat auf Whatsapp“ kommuniziert. Soweit so gut. Allerdings scheint zu dem allgemeinen Bild der heutigen Jugend auch übertriebene Dummheit zu gehören, wie man schon an den ersten Sätzen erkennen kann: „Für Donnerstag stand dort in der Tat reingekritzelt – LÄSUNG.“ Außerdem hat keiner der Schüler in Kims Klasse jemals ein Buch in die Hand genommen, außer Kims beste Freundin Petrowna, die extrem hochbegabt ist.

Im starken Kontrast zu dieser gewollt jugendlichen Sprache stehen die altmodischen Begriffe, die offenbar selber noch aus der Jugend der Autorin stammen, wie „um zwei Euro anpumpen“. Dadurch wirkt die lockere Jugendsprache nicht natürlich, sondern fast schon grotesk.

Die Handlung ist an sonsten schon recht interessant, allerdings wird es erst Richtung Ende spannend, da das „große Finale“, auf das alle warten, die meiste Zeit noch in weiter Ferne liegt. Stattdessen stehen die Charaktere im Vordergrund, darunter Petrowna, Kims Eltern, die Freundin des Vaters, die Schriftstellerin Leah und Kim selber. Diese sind alle recht detailliert ausgearbeitet. Dabei gefallen mir einige gut, andere eher weniger.

Darunter Kim, die nicht gerade die Hellste ist, und sich von ihrer besten Freundin alles gefallen lässt, und ihr immer wieder verzeiht. Kim scheint nicht richtig zu wissen, wohin mit ihrem Leben. Sie ist ständig unzufrieden und schlecht erzogen. Mit Kim konnte, und mochte ich mich nicht gerne identifizieren.

DSC01281Während ich mich im Laufe des Buches doch etwas mehr mit der Geschichte anfreunden konnte, wurde ich ganz am Ende wieder enttäuscht. Ohne hier viel vorweg nehmen zu wollen: Die Autorin lässt einen ganz schön im Regen stehen. Ich habe das Buch zugeklappt, und hatte immer noch keinen Schimmer, was passiert ist. Schade.

Ich denke, das Buch spricht eher jüngere Leser in der Altersklasse 10 bis 13.

 

Fazit:

Trotz einer interessanten Thematik konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Dieser Eindruck entstand wohl hauptsächlich durch die fehlgeschlagene Sprache und eine unsympathische Hauptperson.

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Veröffentlicht von

Bücherwürmchen

You can't buy happiness, but you can buy books and that's kind of the same thing!

5 Gedanken zu „[Rezension] Alina Bronsky: Und du kommst auch drin vor“

  1. Und schade, dass dir der Roman nicht so gefallen hat. Ich versteh dich da sogar, ich fand die Sprache auch eher komisch. Hatte auf mich den Eindruck als ob da Filme á la Fuck Ju Goethe (mehr schlecht als recht) imitiert werden sollten.
    Aber ich fand es ganz spannend, dass sowohl Kim als auch ihre Freundin Petrowna in der gleichen Figur sehen. Das sagt ja viel darüber aus, wie man sich als Jugendlicher mit seinen Problemen wahrnimmt….
    Ich denke, dass das Buch wahrscheinlich als Film witziger gewesen wäre. Da hätte man die übertriebene Komik noch viel mehr wahrgenommen. 🙂
    VG Jennifer

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, ganz genau. Trotzdem hat mir das Buch gefallen, einfach weil es so viel zu Disskutieren gibt. Ich denke nicht, dass ich mich in der gleichen Figur wiedererkennen wuerde wie Petrowna und Kim, aber ich verstehe, was du meinst. Das Buch werde ich jedenfalls so schnell nicht vergessen…

      Gefällt 1 Person

      1. Es muss sich ja nicht jeder in jeder Figur erkennen. Aber alleine dieser Aha-Moment, als nicht Kim die Figur ist, sondern Petrowna sich selbst beschrieben hat, fand ich schon stark 🙂
        Aber ja, diskutiert wurde ja viel über das Buch. 🙂 Aber ist ja schön, wenn wir trotz unterschiedlicher Meinungen immer viel zum Reden finden 🙂

        Gefällt 1 Person

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